Nisthilfen-Kunstwerk im Projekt BienenBrückenBauen
Artenschutz | 10. April 2026
Im Rahmen des Projekts BienenBrückenBauen des Umweltzentrums Dresden wurden künstlerisch gestaltete Nisthilfen für Wildbienen entwickelt, die nun im öffentlichen Raum in Dresden stehen.
Im Wettbewerb, der im Mai 2025 startete, wurden Entwürfe von Nisthilfen prämiert, die ästhetischen Anspruch mit ökologischer Funktion verbinden und zugleich den spezifischen Bedürfnissen verschiedener Wildbienenarten gerecht werden.
Die eingereichten Arbeiten sollten als Skulpturen oder Installationen konzipiert sein, die dauerhaft im Außenraum bestehen können und aus nachhaltigen, naturverträglichen Materialien gefertigt werden. Besondere Anforderungen galten der Funktionalität der Nisthilfen: präzise gearbeitete Niströhren mit Durchmessern von 3 bis 10 Millimetern, einer Tiefe von 5 bis 20 Zentimetern sowie glatte Innenflächen und einseitige Öffnung bieten optimale Bedingungen für oberirdisch nistende Wildbienen.
Die interdisziplinär besetzte Fachjury entschied sich für drei der über 30 eingereichten Objekte, die in besonderem Maße Kunst und Artenschutz verknüpfen und zugleich sichtbare Impulse für Biodiversität im urbanen Raum setzen. Dabei bestehen die Nisthilfen aus nachhaltigen, naturverträglichen Materialien wie Robinienstämmen, Stahlrohren, Hartholz und frostbeständiger Keramik und bleiben dauerhaft im Außenraum stehen. Die Kunstwerke sensibilisieren für den Wildbienenschutz und eignen sich vor allem für solitär nistende Arten.
Im Zoo Dresden hat das Kunstwerk „Wandler im Sonnenlicht“ des Künstlers Ulrich Stolz seinen Standort gefunden.

Das Kunstwerk »Wandler im Sonnenlicht« – Ulrich Stolz
Standort: Zoo Dresden
Drei Figuren aus Robinienstämmen und Stahlrohren wandeln wie stille Begleiter durch eine Blumenwiese. Ihre goldenen Messinggesichter fangen das Sonnenlicht ein und schützen zugleich die darunter liegenden Nistgänge. Das Skulpturenensemble vereint Kunst, Funktion und Naturbezug – weithin sichtbare Zeichen für das Projekt BienenBrückenBauen und die Bedeutung urbaner Lebensräume für Wildbienen.
Ulrich Stolz versteht den öffentlichen Raum als Bühne, auf der Kunst unmittelbar in den Alltag der Menschen tritt. Sie entzieht sich dabei dem geschützten Rahmen eines Museums und eröffnet die Möglichkeit, kontextbezogen, sichtbar und bisweilen unerwartet zu erscheinen.
Seine künstlerische Haltung ist eng mit seiner Tätigkeit als Landschaftsarchitekt verbunden. Die Auseinandersetzung mit Raum und dem spezifischen Ort bildet einen zentralen Ausgangspunkt seiner Arbeit. Ihn interessiert besonders das Verhältnis des Menschen zu seiner Umwelt – sowohl in ökologischer als auch in phänomenologischer Hinsicht. Diese Perspektive prägt seinen Blick auf Orte, ihre Strukturen, Atmosphären und Nutzungsschichten und fließt unmittelbar in seine künstlerische Praxis ein. Er lebt und arbeitet in Dresden.
Die zwei ebenfalls prämierten Nisthilfen des Kunstwettbewerbs der Künstlerinnen Natascha Konschinastehen und Nina Blum stehen in der Gärtnerei des Umweltzentrums Dresden auf dem Äußeren Matthäusfriedhof und im Botanischen Garten.
Das Projekt BienenBrückenBauen, kurz BBB, wird vom Umweltzentrum Dresden e.V. durchgeführt. Die drei Säulen des Projekts umfassen Umweltbildung, Wildbienenerfassungen und Maßnahmenumsetzung im Stadtgebiet Dresden. Dabei liegt ein Fokus auf der Wissensvermittlung und auf Mitmachaktionen. Das Ziel ist dabei nicht nur die Verbesserung der Lebens- und Reproduktionsstätten von Wildbienen. Darüber hinaus sollen auch die Vorkommen von Wildbienenarten im Projektgebiet erfasst und gleichzeitig Artenkenntnisse vermittelt werden.
Nur etwa 50 der rund 600 in Deutschland lebenden Wildbienen nutzen künstliche Nisthilfen. Wildbienenschutz darf sich also keinesfalls auf Strukturen wie Nisthilfen beschränken. Für den Aufstellort entscheidend ist zudem, dass ein vielfältiges, umfangreiches und das ganze Jahr über verfügbares Blütenangebot in der Umgebung vorhanden ist, was bei allen drei gewählten Standorten der Fall ist.
Weitere Informationen zum Dresdner Projekt BienenBrückenBauen
