Die Bewohner ...

im Prof. Brandes-Haus


Hier erfahren Sie mehr über die verschiedenen Bewohner des Prof. Brandes-Haus. Einige der Tierarten leben in einer Art "Wohngemeinschaft" zusammen. Das funktioniert, wie in der Natur selbst, weil sie unterschiedliche Nischen (Bereiche) des Geheges nutzen. So teilen sich beispielsweise die in den Ästen kletternden Kaiserschnurrbarttamarine eine Anlage mit den bodenbewohnenden Kugelgürteltieren. Auch Schönhörnchen, Runzelhornvogel und Kleinkantschil können in einem Schaugehege beobachtet werden.


Bartaffen


Das Nahrungsspektrum der drei bis zehn Kilo schweren Affen umfasst in erster Linie Früchte, Blätter und Knospen, aber auch Insekten und kleine Wirbeltiere.

Der Lebensraum dieser tagaktiven Baumbewohner umfasst ausschließlich die feuchten, immergrünen, tropischen Bergwälder der Westgahts im südwestlichen Indien. Aufgrund von Zerstörung schwinden die natürlichen Lebensräume, so dass nach Schätzungen der IUCN (Weltnaturschutz Union) der Bestand auf weniger als 2500 Tiere geschrumpft ist. Darum ist es wichtig in Zoos eine gesunde und genetisch starke Population zu etablieren und diese Tiere den Besuchern näher zu bringen.


Guereza


Die aus dem Zoologo bekannten Guerezas gehören zur Familie der Meerkatzenverwandten und werden aufgrund ihres weißen Schulterbehanges auch Mantelaffen genannt.

Von Kamerun bis Nordost- und Ostafrika kommen sie in tropischen Regen-, Sumpf- und Buschwäldern der Savannenregion, aber auch in Gebirgswälder bis über 3000 Meter Höhe vor. Am meisten sind sie aber in Galeriewäldern entlang von Flüssen verbreitet.

Die Nahrung der tagaktiven Guerezas besteht hauptsächlich aus jungen, unreifen Blättern. Sie fressen aber auch Früchte, Knospen, Blüten und reife Blätter.

Mantelaffen leben gesellig in Harems von drei bis 15 Tieren zusammen, wobei eine Rangordnung unter den Weibchen besteht. Männchen ohne Harem bilden lose Junggesellentrupps oder leben einzelgängerisch.

Nach einer Tragzeit von etwa sechs Monaten kommt meist ein einzelnes Jungtier auf die Welt. Dies ist komplett weiß gefärbt und für alle Weibchen bis zur Umfärbung (nach 2-3 Monaten) höchst interessant. Somit wird gewährleistet, dass alle Mitglieder der Gruppe ein Auge auf den Nachwuchs haben und ihn vor Feinden, wie Leoparden, Greifvögeln und Schimpansen, schützen.

Im Dresdner Zoo werden Guerezas bereits seit 1960 gehalten und erfolgreich gezüchtet.


Wollaffe


Wollaffe
Wollaffe
Wollaffen wurden bereits 1952 im Dresdner Zoo gezeigt und gehörten bei der Eröffnung des jetzigen Primatenhauses im Jahre 1968 zum Dresdner Bestand.

Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Nordkolumbien über Bolivien bis ins nordwestliche Brasilien. Hier bewohnen sie die Baumwipfelzone der primären Feucht- und Regenwälder und kommen in den Anden bis 3000 Meter Höhe vor.

Einige Indianerstämme jagen Wollaffen, weil sie als Delikatesse gelten und um die jungen Affen als Haustiere zu halten. Hierfür werden dann die Mütter getötet. Die Bedrohung des Lebensraums durch Abholzung sowie die Tatsache, dass diese Tiere ein ungestörtes Gebiet benötigen um sich zu vermehren, führen zum Rückgang der Bestände.

Wie für die meisten südamerikanischen Affenarten gibt es auch für Wollaffen ein der Arterhaltung dienendes Zuchtbuch (EEP). Da diese Tiere in europäischen Zoos sehr selten gezeigt werden, ist es schwer einen gesunden Genpool zu bewahren. Aus diesem Grund hat sich der Dresdner Zoo entschieden sich am EEP dieser Affen zu beteiligen, um den Bestand langfristig zu sichern.


Faultier


Das natürliche Verbreitungsgebiet dieser Säugetiere sind die Baumkronen des tropischen Regenwaldes Mittel- und Südamerikas. Die Zweifingerfaultiere kommen von Nicaragua bis Peru und Brasilien vor.

Diese Tiere sind perfekt an das Leben im Geäst angepasst. Mit ihren langen und schmalen Gliedmaßen, hängen sie mit dem Rücken nach unten ihr gesamtes Leben im Geäst. Das Fell der Faultiere, besitzt im Gegensatz zu den meisten anderen Säugetieren auf dem Bauch einen Scheitel, um einen besseren Abfluss des Regenwassers zu ermöglichen. Aufgrund der hängenden Lebensweise sind sogar mehrere Organe umgelagert oder gedreht.

Die Nahrung der Zweifingerfaultiere besteht hauptsächlich aus Blättern, Früchten und Blüten die den Tieren regelrecht in den Mund wachsen. Weiter entfernte Blätter werden mit den langen Armen herangeholt und mit den harten, stark verhornten Lippen abgerissen, da diese Tiere eine reduzierte Bezahnung besitzen.

Auf Grund ihrer vorwiegend energiearmen Laubdiät, sind Faultiere gezwungen, viel zu ruhen und sparsam mit ihren Kraftreserven umzugehen. Sie ruhen bis zu 18 Stunden am Tag. Faultiere sind sogar in der Lage ihre Körpertemperatur bei kühleren Außentemperaturen bis auf 24°C abzusenken. Ein anderes Überlebensprinzip der Faultiere ist ihre beinahe zeitlupenhafte Bewegung: Wer sich langsam bewegt, wird nicht so schnell von Feinden entdeckt und spart Energie.


Weißkopfsaki


Die männlichen Tiere der Weißkopfsakis besitzen eine weiße kurzhaarige Gesichtsmaske, welche der Art ihren deutschen Namen gab.

Die tagaktiven Weißkopfsakis bewohnen die Bäume der tropischen Regenwälder Südamerikas. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Kolumbien, Peru, Ecuador über den Nordosten Brasiliens bis nach Venezuela, Guyana und Surinam. Diese Affen suchen den Boden nur selten auf und bewegen sich elegant springend durchs Geäst. Aufgrund ihrer kräftigen Hinterbeine sind Sprünge von bis zu 10 Metern keine Seltenheit.


Südlicher Tamandua


Der Südliche Tamandua wird auch als Kleiner Ameisenbär bezeichnet, ist aber nicht näher mit Bären verwandt. Ameisenbären bilden mit den Faultieren und Gürteltieren die Tiergruppe der Nebengelenktiere. Diese sind durch ein zusätzlichen Wirbelfortsatz gekennzeichnet was ihnen ihren Namen eingebracht hat. Alle Vertreter finden sich in der Neuen Welt.
 
Der Südliche Tamandua lebt in großen Teilen Südamerikas östlich der Anden von Kolumbien im Norden bis ins nördliche Argentinien im Süden. Als hervorragender Kletterer bevorzugt er verschiedenste Formen von Wäldern. Er ernährt sich fast vorwiegend von Ameisen und Termiten. Als Nahrungsspezialist hat er sich dafür besonders angepasst. Ameisenbären besitzen keine Zähne und haben nur eine kleine Maulöffnung. Um besser an die Insekten im Boden und Bäumen zu gelangen, haben sie eine sehr lange und klebrige Zunge entwickelt. Mit dieser können sie in Löchern und Spalten nach Insekten suchen, die bei Kontakt mit der Zunge kleben bleiben.


Kaiserschnurrbarttamarin


Diese tagaktiven Krallenaffen sind im tropischen Regenwald Südamerikas verbreitet. Hier kommen sie nicht nur tief im Wald, sondern auch in offenen baumbestandenen Gebieten vor, wo sie sich mit schnellen, sicheren Sprüngen fortbewegen. Kaiserschnurrbarttamarine sind im Südosten Perus, Nordwestbrasilien sowie in Bolivien heimisch. Tamarine sind Allesfresser und ernähren sich von Früchten, Blüten, Beeren, Nüssen, Samen und Baumsäften.

Bei den 260 bis 380 Gramm schweren Tamarinen ist der Schwanz stets länger als der Körper. Sie besitzen ein eher graues Fell mit einem gut ausgebildeten weißen Schnurrbart.

Die kleinen, flinken und für Besucher sehr attraktiven Tamarine werden zwar recht häufig in Zoos gezeigt, trotzdem ist die Haltung und Züchtung eher anspruchsvoll. So erlangte „Manolo“, ein Jungtier des Jahres 2008 immense Popularität, da er von seinen Pflegern handaufgezogen werden musste.


Kugelgürteltier


Das Kugelgürteltier gehört wie alle Gürteltiere mit den Ameisenbären und Faultieren zu den Nebengelenktieren. Es lebt im mittleren Südamerika und bewohnt dort die offenen Graslandschaften, Savannen und trockenen Wälder Brasiliens, Boliviens, Paraguays  und Argentiniens.

Das auffälligste Merkmal der Tiere ist ihr Panzer, den sie auf dem Rücken tragen. Er besteht aus Horn- und Knochenplatten, welche in der Haut gebildet werden. Bei Gefahr rollen sich die Tiere zu einer Kugel zusammen, so dass die gesamte Oberfläche vom Panzer bedeckt ist. Dies bildet einen guten Schutz vor Fressfeinden. So haben Kugelgürteltiere außer dem Jaguar kaum natürliche Feinde. Allerdings werden die Tiere von Menschen wegen ihres Fleisches bejagt, das als Delikatesse gesehen wird. Daneben wird der Bestand durch die Zerstörung des Lebensraums immer mehr gefährdet.

Als Nahrung bevorzugt das Kugelgürteltier Insekten und andere wirbellose Tiere, die es mit der klebrigen Zunge erbeutet. Kugelgürteltiere legen keinen eigenen Bau an, sondern nutzen die Bauten anderer Tiere.

Im Zoo Dresden konnten sie bereits erfolgreich nachgezogen werden.


Sunda-Gavial


Sunda-Gaviale sind eine hochbedrohte Krokodilart aus Südostasien. Der Bestand wird heute auf weniger als 2.500 Tiere geschätzt. Bedroht ist die Art durch den Verlust des Lebensraumes. Die sumpfigen Regenwälder Indonesiens und Malaysias, die natürlichen Habitate der Sunda-Gaviale, verschwinden und fallen der Trockenlegung und Abholzung zum Opfer. Das größte Problem stellen dabei die Ölpalmplantangen dar, die den weiterhin steigenden Bedarf nach Palmöl decken sollen. Des Weiteren wird auch für lokale Landwirtschaft auf diese Weise Nutzfläche gewonnen. Daneben sind lokale Fischerei und der Tierhandel weitere Gefahren für den Fortbestand dieser Art.

Obwohl stark bedroht ist noch sehr wenig über diese charakteristische Tierart bekannt. Sie gilt als sehr scheu und lebt meist versteckt. Markant ist die schmale Schnauze, eine perfekte Anpassung an das Fangen von Fischen, welche den Großteil der Beute bei erwachsenen Tieren ausmachen. Jungtiere ernähren sich aber auch von Wirbellosen und kleineren Wirbeltieren wie Amphibien.

Seit November 2015 lebt der Sunda-Gavial De Gaulle im Zoo Dresden. Er kam aus dem Zoo Leipzig und bewohnt die ehemalige Anlage des Leistenkrokodil Max. Bei Ankunft war De Gaulle ca. 3,80 m lang und wog ca. 180 kg. Sunda-Gaviale können eine Größe von über 5 m erreichen und gehören damit zu den größten Krokodilarten überhaupt. De Gaulle ist wahrscheinlich 1971 in Südostasien geschlüpft und kam als Wildfang nach Europa.
 


Koala


Seit 2013 leben im Zoo Dresden zwei Koala-Männchen. Die Vorbereitungen zur Haltung dieser Tiere dauerten fast drei Jahre an. Es mussten Haltungsgenehmigungen von der australischen Regierung und vom Zoo San Diego (USA) eingeholt werden und Tierpfleger in Umgang und Pflege dieser speziellen Tiere geschult werden. In Dresden hat man geduldig abgewartet, bis der europäische Koala-Zoonachwuchs zahlenmäßig soweit angestiegen war, dass Tiere nach Dresden umziehen können. Mullaya (geb. 01.07.2012) und Iraga (geb. 04.08.2011) stammen beide aus dem Duisburger Zoo und gehören zur Unterart der Queensland-Koalas. Bisher sind die für Australien so typischen Beuteltiere in Deutschland insgesamt nur drei Mal zu sehen. Für den Dresdner Zoo ist es daher ein absolutes Novum, solche Rarität seinen Besuchern präsentieren zu können. Aufgrund ihrer Nahrungsspezialisierung auf bestimmte Eukalyptusarten und des damit verbundenen hohen Aufwands werden Koalas sehr selten in Zoos außerhalb Australiens gezeigt. Mullaya und Iraga erhalten täglich 9:30 Uhr frischen Eukalyptus, der entweder aus Florida (USA) oder aus einer regionalen Gärtnerei stammt, welche bereits seit 2010 verschiedene Eukalyptusarten kultiviert.

In ihrer Heimat Australien erstreckt sich das natürliche Verbreitungsgebiet der Koalas über Queensland, New South Wales und Victoria. Aufgrund des verschiedenen Gehalts an giftigen Inhaltsstoffen können Koalas nur etwa 30 der 600 verschiedenen Eukalyptusarten nutzen. Die nördliche Population Australiens ist bereits durch massive Rodungen gefährdet.

Die Koalas gelten zwar noch nicht als bedrohte Art, aber bei der IUCN (Weltnaturschutz Union) stehen sie bereits auf der Vormerkliste.
 


Schönhörnchen, Runzelhornvogel und Kleinkantschil


Die tropischen Schönhörnchen sind mit einem immensen Artenreichtum in Südostasien verbreitet. Benannt sind sie nach den Fellfärbungen, die rot, goldgelb oder weiß sein können.

Die Nager sind Bewohner tropischer Regenwälder und ernähren sich hauptsächlich von Nüssen, Früchten und Samen, nebenher auch von Insekten und Vogeleiern.

Im selben Gehege wie die Schönhörnchen leben auch ein Runzelhornvogel und ein Pärchen Kleinkantschile. Der nachtaktive Kleinkantschil ist das kleinste Huftier der Welt. Unser Kantschil-Mann hat z.B. gerade einmal ein Gewicht von 1,55 kg.

Mit nur 20 – 25cm Schulterhöhe ist der Kleinkantschil der kleinste Hirschverwandte der Welt. Er lebt im südlichen China bis hin zu den Inseln Sumatra, Borneo und Java.
Kleinkantschile sind sehr scheue, zurückgezogen lebende Tiere. Die vorwiegend nachtaktiven Tiere sind Pflanzenfresser. Dabei stehen Blätter, Knospen und Früchte auf ihrem Speiseplan.


Kronenmakis


Kronenmakis sind eine absolute Seltenheit in deutschen Zoos. Derzeit ist der Zoo Dresden die einzige tiergärtnerische Einrichtung in Deutschland, der diese schönen Lemuren zeigt.

Wie ihre weitaus bekannteren Verwandten, die Kattas, sind auch die Kronenmakis nur auf Madagaskar zu finden. Ihr Bestand ist dort aber durch die Zerstörung ihres Lebensraumes, den Wäldern im Norden der afrikanischen Insel gefährdet. Sie ernähren sich vorwiegend von Früchten, nehmen aber auch junge Blätter oder Insekten. Bei der Kommunikation spielen Gerüche und Körperhaltungen eine große Rolle.
 
Der Zoo Dresden hofft mit diesen selten gezeigten Vertretern der Lemuren zu züchten und so zum Erhalt der bedrohten Art beizutragen.


Prof. Dr. Gustav Brandes


Zoo Dresden -  Prof. Dr. Brandes
Gustav Brandes wurde am 2. Mai 1862 in Schöningen geboren. Er studierte an den Universitäten Freiburg und Leipzig Naturwissenschaften, besonders Zoologie und vergleichende Anatomie und promovierte 1888 in Leipzig mit der Dissertation...

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Das Prof. Brandes-Haus


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