Zoo Dresden

Zoo-Rundgang: Orang-Utan-Haus

Menschenaffenhaltung im Dresdner Zoo


Im Menschenaffenhaus leben unsere Sumatra-Orang-Utans. Der Beginn der traditionellen Menschenaffenhaltung lässt sich bis in das Jahr 1873 zurückdatieren. Speziell bei der Haltung und Zucht von Orang-Utans wurden große Erfolge erzielt und der Dresdner Zoo entwickelte sich ab Mitte der 20er Jahre des 20.Jh. zu einem Vorreiter zeitgemäßer, moderner Unterbringung und Pflege dieser Menschenaffen in Europa und Übersee.

So gelang dem Dresdner Zoo mit „Buschi” die erste Aufzucht eines Orang-Utans vom Säugling zum Backenwülster und Zuchtmann. Auf dem Schiffstransport nach Europa geboren, traf er mit seiner Mutter „Suma” am 20. Mai 1927 in Dresden ein.  Der damalige Zoodirektor Prof. Brandes nutzte diese Chance, die erste Aufzucht in Menschenobhut wissenschaftlich zu dokumentieren.  Ab den 60er Jahren konnte unter Direktor Prof. Ullrich an diese glanzvolle Dresdner Tradition angeknüpft werden. Höhepunkte waren dabei zwei Fälle von aktiver Geburtshilfe durch den Vater „Buschi II”, die bei Geburten von Orang-Babys am 30.8.1965 und 15.1.1968 beobachtet werden konnte.

Dipl.–Biologe W. Gensch (Oberassistent i.R.) berichtete über die Geburt 1965: „ ...als die Geburt in ihr letztes entscheidendes Stadium trat und der Kopf des Babys in der Geschlechtsöffnung erschien, schlossen sich „Buschis” große fleischigen Lippen um das Köpfchen, und wie ein gut ausgebildeter Geburtshelfer brachte „Buschi” auf diese Weise seinen Sohn ans Licht der Welt. Behutsam fasste er das Neugeborene mit den Fingern seiner mächtigen Hand im Nacken und hielt es hoch. Nach geraumer Zeit, es kann eine Minute oder länger gedauert haben, gab das Jungtier seinen ersten Ton von sich. Von diesem Augenblick an interessierte sich „Suma” für ihr Kind. Mit liebevoller Sorgfalt nahm sie es an sich und drückte das feuchte gelb-braune Baby an ihre behaarte Brust...”.

In den Folgejahren kam es zu zahlreichen Nachzuchten bei den asiatischen „Waldmenschen”. 2003 erblickte mit „Djasinga” der erste in 3. Zoogeneration geborene Orang-Utan Dresdens das Licht der Welt. Aktuell gibt es in Dresden zwei männliche Jungtiere: Duran (Januar 2010) und Dalai (Juli 2015). Vater ist der aus Budapest stammende Toni.

Heute leben bei uns zwei Gruppen. Eine Gruppe besteht aus den zwei schon älteren Weibchen Djaka und Djudi und Djudis Sohn Duran. Die zweite Gruppe besteht aus dem Quartett Toni, Dunja und Daisy mit ihrem Jungtier Dalai. 

Wo leben die älteren Dresdner Jungtiere?
Djamuna (geb. 1999) seit 2005 im Zoo Dortmund
Djasinga (geb. 2006) seit 2008 im Zoo Berlin
Dodi (geb. 2009) seit 2016 in der ZOOM Erlebniswelt Gelsenkirchen

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